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Das außergewöhnliche SAFE-Training findet direkt nach Modul 2 „Klinische Fächer kompakt“ statt.

So sparen Sie doppelt: Sie benötigen nur eine Anreise und erhalten bei gemeinsamer Buchung von Modul 2 und Modul S zusätzlich 50,00 € Kombinationsrabatt. Den Rabatt schreiben wir Ihnen direkt auf Ihrer Rechnung gut.

Sexual Assault Forensic Examination Training (SAFE) Medizinisch versorgen. Selbstbestimmung wahren. Forensisch handeln.

Ein*e Patient*in berichtet von sexualisierter Gewalt. Was sagen Sie zuerst? Welche medizinischen Maßnahmen sind dringend? Wie erklären Sie die nächsten Schritte, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen? Welche Spuren könnten verloren gehen? Wer muss einbezogen werden – und wer darf nur mit Zustimmung der betroffenen Person informiert werden?

In kaum einer anderen Versorgungssituation treffen medizinische, psychosoziale, forensische und rechtliche Anforderungen so unmittelbar aufeinander. Gleichzeitig befinden sich Betroffene häufig in einer akuten Ausnahmesituation. Gute Versorgung muss deshalb fachlich strukturiert, traumasensibel und konsequent an ihrer Sicherheit und Selbstbestimmung ausgerichtet sein.

Genau dafür haben wir Modul S „SAFE – Sexual Assault Forensic Examination Training“ entwickelt. Das zweitägige Intensivseminar verbindet medizinische Versorgung mit Gesprächsführung, Untersuchung, Dokumentation, Spurensicherung und interprofessioneller Zusammenarbeit – für Einsätze an Land und auf See.

Modul S auf einen Blick

  • Dauer: 2 intensive Präsenztage

  • Zielgruppe: Nurses, Ärzt*innen und weitere medizinische Fachkräfte, die Betroffene erstversorgen, untersuchen oder Versorgungsabläufe verantworten

  • Vorkenntnisse: Alle medizinischen Berufsgruppen, keine forensischen oder maritimen Vorkenntnisse notwendig. Ein Berufsnachweis ist bei Kursbeginn notwendig und muss vorgelegt werden.

  • Konzept: Interprofessionelle Expertise, konkrete Fallarbeit und direkter Austausch in bewusst kleiner Gruppe

  • Praxis: Gesprächsführung, Untersuchungsablauf, Dokumentation, fotografische Befundsicherung und Umgang mit dem Evidence Collection Kit

  • Maritimer Kontext: Besondere Abläufe auf Passagierschiffen sowie Anforderungen des U.S. Cruise Vessel Security and Safety Act

  • Qualität: Fortlaufend aktualisiert und bei den letzten vier Durchführungen im Mittel mit 1,1 bewertet (1 Top, 6 Flop)



Zertifizierte Fortbildung

Die Veranstaltung wird von der Ärztekammer Schleswig-Holstein in der Regel mit 24 Fortbildungspunkten anerkannt. Die verbindliche Bewertung wird beim jeweiligen Lehrgangstermin ausgewiesen. N-Punkte können individuell beantragt werden, die Anerkennung hängt von den regionalen Vorgaben ab und ist nicht garantiert. Modul S ist ein eigenständiger Vertiefungsworkshop innerhalb des Schiffsarztlehrgangs.


Internationale Vorgaben und Standards

Für Kreuzfahrtschiffe, die US-Häfen anlaufen, gelten die verbindlichen Vorgaben des U.S. Cruise Vessel Security and Safety Act. Danach müssen jederzeit entsprechend qualifizierte Registered Nurses oder Ärzt*innen verfügbar sein, die in der forensischen Untersuchung nach sexualisierter Gewalt geschult sind.

Vorgeschrieben sind außerdem geeignete Untersuchungs- und Spurensicherungsmaterialien, Medikamente zur HIV- und STI-Prophylaxe, postkoitale Kontrazeptiva, eine nachvollziehbare Dokumentation sowie der vertrauliche Umgang mit medizinischen Informationen. Für die Versorgung verweist das Gesetz ausdrücklich auf die Empfehlungen des American College of Emergency Physicians (ACEP). Ergänzend bilden die WHO-Leitlinien den internationalen Rahmen für eine traumasensible und betroffenenorientierte Versorgung. Dieser Standard hat sich bei den meisten Reedereien auch außerhalb der USA etabliert.

Modul S greift diese rechtlichen Vorgaben und fachlichen Standards gezielt auf.

"Möglicherweise eine der am meisten unterschätzen Fortbildungen. Tolle Referenten - Durch die Bank!"

Christoph L., FA Anästhesie, SAFE-Training 2025

"Insgesamt hat mir die Fortbildung sehr gut gefallen. Ich habe fachlich und menschlich viel gelernt, besonders im Umgang mit traumatisierten Kindern. Vielen Dank! Auch der direkte Austausch mit den Dozierenden war sehr bereichernd. Wir hatten ausreichend Zeit & Raum, um alle unsere Fragen zu stellen. Ich komme garantiert wieder!"

Lara F., FÄ Anästhesie, SAFE-Training 2024

"Ich habe den Kurs sehr genossen und möchte mich nochmal für Euer Engagement bedanken."

Teilnehmer im Lehrgang 2017

"Fesselnd, kenntnisreich und sehr gut verständlich. Als Notarzt muss ich diese Thematik bei sehr vielen Einsätzen mit bedenken. Deswegen sind die Vorträge für mich so wichtig gewesen."

Dr. Ulrich G. (2016)

Medizin. Forensik. Haltung. Die Themen des Moduls S

Versorgung nach sexualisierter Gewalt braucht einen klaren roten Faden

In einer Ausnahmesituation darf professionelles Handeln nicht vom Zufall abhängen. Modul S betrachtet deshalb den gesamten Weg vom ersten Kontakt bis zur medizinischen Weiterbehandlung und Übergabe möglicher Spuren.

Dabei stehen immer wieder dieselben Fragen im Mittelpunkt:

  • Was benötigt die betroffene Person jetzt medizinisch?
  • Wie schaffen wir Sicherheit und Orientierung?
  • Welche Maßnahmen bedürfen ihrer ausdrücklichen Einwilligung?
  • Wie lassen sich mögliche Spuren erhalten, ohne notwendige Behandlung zu verzögern?
  • Was muss objektiv dokumentiert werden?
  • Welche Profession ist für welchen Schritt verantwortlich?
  • Wie gelingt eine sichere Weiterbehandlung und Nachsorge?

Gute Versorgung zwingt Betroffene nicht, sich zwischen medizinischer Hilfe und forensischer Spurensicherung zu entscheiden.

Orientierung geben, ohne Kontrolle zu übernehmen

Sexualisierte Gewalt ist mit einem massiven Verlust von Kontrolle verbunden. Medizinische Versorgung darf diesen nicht fortsetzen. Betroffene müssen verstehen können, was vorgeschlagen wird, warum eine Maßnahme sinnvoll sein kann und welche Alternativen bestehen.

Sie beschäftigen sich unter anderem mit:

  • traumasensibler Kontaktaufnahme und Gesprächsführung
  • Herstellung einer geschützten Versorgungssituation
  • Einschätzung akuter medizinischer und psychischer Gefährdungen
  • verständlicher Information über Untersuchungs- und Behandlungsoptionen
  • Einwilligung und Widerrufsmöglichkeit bei jedem Untersuchungsschritt
  • Vermeidung unnötiger Wiederholungen und suggestiver Fragen
  • Einbeziehung von Vertrauenspersonen und psychosozialer Unterstützung
  • besonderem Unterstützungsbedarf bei Kindern, Jugendlichen und besonders vulnerablen Personen

Traumasensibles Handeln ist keine zusätzliche Freundlichkeit. Es ist die Grundlage einer fachgerechten Versorgung.

Medizinisch versorgen – akut und vorausschauend

Die Gesundheit der betroffenen Person hat Vorrang. Gleichzeitig müssen zeitkritische Entscheidungen zu Diagnostik, Prophylaxe und weiterer Behandlung getroffen werden.

Themen sind unter anderem:

  • strukturierte Einschätzung und Versorgung körperlicher Verletzungen
  • Schmerztherapie und Wundversorgung
  • Erkennen von Intoxikation, Bewusstseinsstörung und akuter psychischer Gefährdung
  • Vorgehen bei Verdacht auf substanzbegünstigte sexualisierte Gewalt und sogenannte K.-o.-Mittel
  • Risikoabschätzung für sexuell übertragbare Infektionen
  • HIV-Postexpositionsprophylaxe
  • Notfallkontrazeption
  • Beratung, Wiedervorstellung und medizinische Nachsorge
  • Organisation einer geeigneten Weiterbehandlung

Forensische Interessen dürfen notwendige medizinische Maßnahmen niemals verzögern.

Fragen, untersuchen und dokumentieren

Eine medizinische Anamnese ist keine polizeiliche Vernehmung. Dennoch können Wortwahl, Reihenfolge und Dokumentation später von großer Bedeutung sein.

Sie lernen, wie Sie:

  • medizinisch relevante Angaben strukturiert und nicht suggestiv erheben
  • Schilderungen möglichst in den Worten der betroffenen Person festhalten
  • berichtete Ereignisse, eigene Befunde und medizinische Bewertungen klar voneinander trennen
  • eine körperliche und – wenn indiziert – gynäkologische beziehungsweise anogenitale Untersuchung erklären und durchführen
  • Verletzungen präzise beschreiben und in Körperschemata dokumentieren
  • fotografische Befunde fachgerecht und nur mit entsprechender Einwilligung sichern
  • auch unauffällige oder unspezifische Befunde korrekt einordnen
  • eine nachvollziehbare, objektive und langfristig belastbare Dokumentation erstellen

Im Mittelpunkt steht nicht die vorschnelle Bewertung eines Geschehens, sondern die sorgfältige Dokumentation dessen, was berichtet und tatsächlich festgestellt wurde.

Spuren sichern. Übergabekette schützen.

Medizinische Fachkräfte sind keine Ermittler*innen. Ihre Arbeit kann jedoch entscheidend dafür sein, ob Spuren später noch sachgerecht ausgewertet werden können.

Im praktischen Teil beschäftigen Sie sich mit:

  • Aufbau und Anwendung eines Evidence Collection Kits
  • Auswahl und Reihenfolge möglicher Proben
  • Vermeidung von Kontamination und Spurenverlust
  • Kennzeichnung, Verpackung und Versiegelung
  • Lagerungsbedingungen und sichere Aufbewahrung
  • Dokumentation der Beweismittelkette
  • Übergabe an zuständige Ermittlungsbehörden
  • typischen Fehlerquellen bei Spurensicherung und Transport

Sie trainieren, medizinische Versorgung und forensische Sorgfalt miteinander zu verbinden, ohne die Rollen der beteiligten Professionen zu vermischen.

Recht verstehen. Verantwortlichkeiten klären.

Nach sexualisierter Gewalt entstehen häufig Unsicherheiten: Muss die Polizei verständigt werden? Wer darf welche Informationen erhalten? Ist eine Spurensicherung ohne sofortige Anzeige möglich? Welche Besonderheiten gelten bei minderjährigen oder nicht einwilligungsfähigen Patient*innen?

Expert*innen aus Staatsanwaltschaft, Kriminalpolizei und Rechtsmedizin vermitteln unter anderem:

  • Schweigepflicht, Datenschutz und Einwilligung
  • Möglichkeiten und Grenzen vertraulicher Spurensicherung
  • Schutz- und Meldepflichten in besonderen Konstellationen
  • Aufgaben von Medizin, Polizei, Staatsanwaltschaft und psychosozialer Unterstützung
  • Anforderungen an Dokumentation und Beweismittelkette
  • Ablauf strafrechtlicher Ermittlungen
  • Bedeutung medizinischer Unterlagen in späteren Verfahren
  • Zusammenarbeit mit lokalen Versorgungs- und Unterstützungsstrukturen

Ziel ist keine juristische Ausbildung, sondern die Sicherheit, rechtliche Fragen früh zu erkennen und die richtigen Stellen einzubeziehen.

Wenn Behandlungsort, Tatort und Lebensraum zusammenfallen

Auf einem Schiff kann spezialisierte rechtsmedizinische oder gynäkologische Unterstützung viele Stunden oder Tage entfernt sein. Gleichzeitig bleiben Betroffene und beschuldigte Personen möglicherweise im selben begrenzten Lebens- und Arbeitssystem.

Modul S überträgt die grundlegenden Prinzipien deshalb konsequent auf den maritimen Kontext:

  • Aufgaben und Grenzen von Medical Department, Security und Schiffsführung
  • Zusammenarbeit mit landseitigem Medical Management und Ermittlungsbehörden
  • Schutz von Vertraulichkeit innerhalb enger Bordstrukturen
  • Sicherung, Lagerung und Übergabe von Spuren bis zum nächsten geeigneten Hafen
  • medizinische Weiterbehandlung und mögliche Ausschiffung
  • unterschiedliche Zuständigkeiten, Rechtsräume und Meldewege
  • Kommunikation mit nationalen und internationalen Behörden
  • Anforderungen des U.S. Cruise Vessel Security and Safety Act
  • relevante Empfehlungen des American College of Emergency Physicians

Für Nurses und Schiffsärzt*innen auf Passagierschiffen mit Fahrtziel USA ist dieser Teil besonders relevant.

Lernen von Profis, die die Schnittstellen kennen

Sexualisierte Gewalt lässt sich nicht aus der Perspektive einer einzigen Fachdisziplin angemessen bearbeiten. Deshalb bringen wir Expert*innen aus Gynäkologie, Rechtsmedizin, Staatsanwaltschaft, Kriminalpolizei, psychosozialer Unterstützung und maritimer Medizin zusammen.

Anhand konkreter Fallkonstellationen erleben Sie, wie dieselbe Situation aus den verschiedenen professionellen Blickwinkeln beurteilt wird. Sie diskutieren Entscheidungen, üben einzelne Arbeitsschritte und arbeiten praktisch mit Dokumentationsmaterialien und Evidence Collection Kits.

Die bewusst kleine Gruppe schafft Raum für Fragen, fachlichen Austausch und eine respektvolle Auseinandersetzung mit einem sensiblen Thema – sachlich, praxisnah und ohne Dramatisierung.


Das erwartet Sie! Enthaltene Leistungen und Rahmenprogramm

Im Lehrgangspreis enthalten sind:

  • das vollständige zweitägige Kursprogramm
  • Materialien für Fallarbeit und praktische Übungen
  • Nutzung von Trainingsmaterialien und Evidence Collection Kits
  • eine persönliche Teilnahmebescheinigung
  • Beantragung der ärztlichen Fortbildungspunkte
  • Fortbildungspunkte für beruflich Pflegende nach den jeweils geltenden Voraussetzungen
  • Zugang zum exklusiven Lehrgangsportal
  • Schreibmaterialien und WLAN am Veranstaltungsort
  • Tagungsgetränke, Obst und kleine Snacks
  • Verpflegung entsprechend dem Tagesprogramm
  • eine zertifiziert klimabewusste Veranstaltung

Klönschnack und gute Gespräche

Maritime Medizin lebt von Zusammenarbeit – und Zusammenarbeit beginnt mit persönlichem Austausch.

Am Freitagabend treffen wir uns mit denen, die nach einem langen Lerntag noch frisch sind, zum gemeinsamen Abendessen. In entspannter Atmosphäre können Sie Ihre Kolleg*innen, unsere Referent*innen und das Organisationsteam näher kennenlernen, Erfahrungen teilen und neue Kontakte knüpfen.  Auch Begleitpersonen sind herzlich willkommen.

Ankommen und wohlfühlen

Modul S findet in der Kieler Seeburg statt – direkt an der Förde, zwischen Kiellinie und Ostseekai.

Anreise und Übernachtung sind nicht im Modulpreis enthalten. Mit Ihrer Anmeldung erhalten Sie weitere Informationen zum Veranstaltungsort und Empfehlungen für passende Unterkünfte. Eine frühzeitige Buchung wird empfohlen, da die Hotelkapazitäten in der Kreuzfahrtsaison knapp werden können.

Drei Module. Eine Anreise.

Das außergewöhnliche SAFE-Training findet zwischen den Lehrgängen „Klinische Fächer kompakt“ und „Außerklinische Intensivmedizin“ statt.

So sparen Sie doppelt: Sie benötigen nur eine Anreise und erhalten bei gemeinsamer Buchung des SAFE-Trainings mit einem der beiden Lehrgänge zusätzlich 50,00 € Kombinationsrabatt.

Limitiertes Angebot.


Ein Lehrgang - Viele Wege Wir möchten Ihnen helfen, Ihren individuellen Weg an Bord zu finden.

Weil jeder Weg auf See anders ist, ist der Schiffsarztlehrgang flexibel. Sie bestimmen die Reihenfolge, in der Sie die Module absolvieren und die Geschwindigkeit, in der Sie die Module besuchen. Alle 7 Module sind in sich geschlossen und können einzeln belegt werden. Wir freuen uns auf Sie in Kiel!

Hier geht's zu den anderen etablierten Modulen des Schiffsarztlehrgangs

Der Schiffsarztlehrgang - Die Fortbildung der Schiffsärzt*innen

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