Fragen & Antworten

Aller Anfang ist schwer und gerade am Anfang hat man unglaublich viele Fragen. Wir möchten Ihnen den Einstieg in die neue Welt der maritimen Medizin so einfach wie möglich machen.

Nachfolgend beantworten wir Ihnen die uns am häufigsten gestellten Fragen. Sollte Ihre Frage nicht dabei sein so nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf: info@schiffsarztlehrgang.de

Fragen zu unseren Lehrgängen

Gibt es eine Ausbildung zum Schiffsarzt?

Eine Ausbildung, die Sie per se zu einer Tätigkeit als Schiffsarzt befähigt, gibt es nicht! Jegliche Fortbildungsveranstaltung, ganz gleich ob kurz oder lang, kompakt oder modular, dient Ihrer persönlichen Vorbereitung und ist rein fakultativ. Die benötigten Inhalte sind dabei so individuell wie Ihre Vorkenntnisse. Einer der Gründe, warum wir uns in unserer Planungsphase im Jahr 2011 bereits für ein modulares Konzept entschieden haben.

Ist eine Teilnahme am Schiffsarztlehrgang gesetzlich erforderlich?

Es gibt keine speziellen maritim-medizinischen Fortbildungen, die für Schiffsärzte gesetzlich verbindlich sind, auch wenn dies gelegentlich anders dargestellt wird. Unsere Fortbildungsveranstaltungen sind für Sie eine hervorragende Gelegenheit, sich auf die kommenden Herausforderungen als Schiffsarzt vorzubereiten und die klassischen Fettnäpchen der ersten Tage und Wochen an Bord sicher zu umschiffen.

Dass dies funktioniert beweisen zahlreiche Rückmeldungen unserer Lehrgangs-Teilnehmer über ihre ersten Erfahrungen an Bord.

Im Laufe der letzten Jahre haben wir uns bei renommierten Reedereien einen so guten Ruf erarbeitet, dass von vielen die Teilnahme an unseren Lehrgängen zur Vorbereitung aber auch zur Auffrischung empfohlen wird. Auch der für Schiffe unter deutscher Flagge zuständige Seeärztliche Dienst der BG Verkehr hat uns bestätigt, dass unsere Lehrgänge geeignet sind, um die gesetzlich geforderten "umfassenden Kentnnisse der gesundheitlichen Anforderungen im Schiffsdienst" nachzuweisen.

Kann ich die Kurse des Schiffsarztlehrgangs in beliebiger Reihenfolge besuchen?

Selbstverständlich! Unsere Lehrgangsmodule wurden alle inhaltlich so konzipiert, dass sie in beliebiger Reihenfolge und auch einzeln besucht werden können. Damit geben wir Ihnen die Möglichkeit, sich die Inhalte ganz nach Ihrem persönlichen Interesse und Ihren zeitlichen Möglichkeiten zusammenzustellen. Dabei ist jede Veranstaltung für sich einzigartig, denn wir passen die Inhalte regelmäßig an die aktuellen Bedürfnisse an.

Wie funktioniert die Teilnahme als Bildungsurlaub?

Alle unsere einwöchigen Lehrgangsmodule können im Rahmen von Bildungsurlaub absolviert werden. Hierzu beantragen Sie zunächst den Bildungsurlaub bei Ihrem Arbeitgeber. In der Regel wird der Arbeitgeber sich davon überzeugen wollen, das wir als Bildungsträger anerkannt sind. Hier wird es nun kurz ein bisschen kompliziert: Die Anerkennung muss für das Bundesland vorliegen, in dem Sie beruflich tätig sind. Diese Regelung macht es für uns als Lehrgangsanbieter etwas aufwändig, denn so müssten wir für eine bundesweite Abdeckung alle zwei Jahre insgesamt 48 Anträge bei verschiedensten Behörden stellen.

Wir sind mit allen drei Lehrgängen anerkannt in Schleswig-Holstein, Niedersachen und Sachsen-Anhalt.

Kommen Sie aus einem anderen Bundesland, so hat sich in der Praxis folgendes Verfahren bewährt: Sie reichen bei Ihrem Arbeitgeber zunächst unsere Anerkennung aus Schleswig-Holstein ein. Den meisten Arbeitgebern reicht das aus. Sollten Sie für Ihr konkretes Bundesland den Nachweis unserer Anerkennung benötigen, so sprechen Sie uns bitte mindestens 3 Monate vor Lehrgangsbeginn an, so dass wir den Antrag bei der für Sie zuständigen Landesbehörde stellen können.

Anerkennungsbescheid für den Basic Course

Anerkennungsbescheid für den Advanced Course

Anerkennungsbescheid für den Professional Course

Führen Sie Ihre Lehrgänge an Bord durch?

Natürlich gehen wir mit Ihnen auch an Bord verschiedener Schiffe! Dort schauen wir uns die Bereiche an, die Passagieren nicht zugänglich sind. Unsere Lehrgänge finden jedoch nicht durchgehend an Bord eines Kreuzfahrtschiffes statt, sondern im Marinestützpunkt Kiel und teilweise in Räumlichkeiten des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

Wir haben uns bewusst gegen einen Lehrgang an Bord entschieden um die hohe Qualität unserer Lehrgänge zu gewährleisten:

1. Bei uns unterrichten pro Lehrgang bis zu 30 verschiedene Referenten direkt aus dem Berufsleben des von ihnen unterrichteten Faches. Solch eine Vielfalt ist an Bord schlichtweg nicht machbar.

2. Wir bieten Ihnen eine individuelle und exklusive Betreuung. Deswegen sind unsere Lehrgänge auf eine maximale Teilnehmerzahl von 30 Personen begrenzt. Die Mindestteilnehmeranzahl für die an Bord angebotenen Lehrgänge anderer Anbieter beginnt in der Regel erst bei 35 Teilnehmern und es werden Lehrgangsgrößen von 100 Teilnehmern und mehr angestrebt.

3. In Kiel verfügen wir mit einem aktiven Partner-Netzwerk über hervorragende Möglichkeiten mit Ihnen an Bord verschiedener Schiffe zu gehen, spannende Ausflüge zu machen und Ihnen die Vielseitigkeit der maritimen Medizin zu zeigen.

4. Wir laden regelmäßig Vertreter verschiedener Reedereien ein, die unseren Teilnehmern die Einstiegsbedingungen und Jobmöglichkeiten erklären. Diese Neutralität ist uns wichtig, damit Sie einen umfassenden Überblick über die Branche erhalten und die Themen nicht zu reedereispezifisch vermittelt werden.

5. Last but not least bietet unser landgestützter Lehrgang Ihnen die Möglichkeit, Ihre Unterkunft in jeder Preisklasse nach Ihren persönlichen Wünschen zu wählen. Sie finden bei uns im maritimen Kiel komfortable Hotels mit fantastischem Meerblick oder auch einfache authentische Zimmer im Seemannsheim direkt an der Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals. So sparen Sie sich die Zusatzkosten für eine Kreuzfahrt.

Warum vermitteln Sie keine Schiffsärzte an Reedereien?

Als erfahrene Ausbildungseinrichtung in der Berufsschifffahrt konzentrieren wir uns auf unsere Kernkompetenz: Ausbildung von Profis für Profis. Wir haben uns trotz unseres Netzwerks bewusst gegen eine eigene Personalvermittlung entschieden, da es uns wichtig ist, Ihnen neutral und ohne Interessenskonflikte die Vorteile und Nachteile einer Schiffsarzttätigkeit aufzeigen zu können.

Selbstverständlich ist es uns aber wichtig, dass Sie Ihren Traum von einer Schiffsarztkarriere auch in die Tat umsetzen können. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Wege: Sie können sich direkt bei einer Reederei Ihres Vertrauens bewerben, entsprechende links finden Sie auf unserer website. Oder Sie wenden Sich an eine seriöse Vermittlungsagentur.

Hierzu pflegen wir seit Jahren eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Notarztbörse. Die Agentur vermittelt seit dem Jahr 2000 Ärzte für verschiedenste Einsatzzwecke im gesamten Bundesgebiet und arbeitet für die Vermittlung von Schiffsärzten auch mit renommierten Reedereien wie zum Beispiel TUI Cruises zusammen.

Gerne nennen wir unseren Teilnehmern auch konkrete Ansprechpartner bei den Reedereien. Viele unserer Referenten sind aktive Schiffsärzte und können bei Fragen Rede und Antwort stehen. Regelmäßig laden wir zu unseren Veranstaltungen auch Reedereivertreter ein, die auf konkrete Fragen eingehen können.

Worauf sollte ich bei einer Vermittlung achten?

Mit der Stellensuche einer Schiffsarztstelle ist es wie mit jedem anderen Job auch. Sie können sich auf ein Stellenangebot direkt bei der Reederei bewerben, Initiativbewerbungen an eine Reederei senden oder die Dienste einer Personalvermittlung in Anspruch nehmen. Die Anforderungen an solche Vermittler sind in §25 des Seearbeitsgesetzes ausführlich erläutert. Für Sie ist dabei eines der wesentliche Kriterien, auf das Sie achten sollten: Der Vermittler darf von Ihnen für die Vermittlung keine Vergütung verlangen. Die Vermittlungsprovisionen sind ausschließlich durch die Reederei zu tragen. Wir empfehlen auch darauf zu achten, ob durch den Vermittlungsvertrag langfristige Bindungen an die Vermittlungsagentur entstehen.

Wir arbeiten seit Jahren vertrauensvoll mit der Notarztbörse zusammen. Dort fällt für Sie lediglich eine geringe jährliche Mitgliedergebühr an und Sie erhalten zielgerichtete, seriöse Angebote.

Was ist das "Zertifikat Maritime Medizin"

Bei dem Zertifikat Maritime Medizin handelte es sich um einen im Jahr 2001 von der Landesärztekammer Schleswig-Holstein eingeführten Nachweis über Kenntnisse in diesem Themenkomplex. Initiiert wurde dies durch einen ehemaligen Leiter des Schifffahrtmedizinischen Instituts der Marine (SMIM) in Kronshagen, an dem seit vielen Jahren ein umfangreicher 240-stündiger Lehrgang zu diesem Thema angeboten wird. Dieser richtet sich primär an Ärzte der Bundeswehr, stand zeitweilig aber auch zivilen Medizinern offen. Allerdings waren für die Erteilung des "Zertifikats Maritime Medizin" zahlreiche weitere Qualifikationen und die Zugehörigkeit zur Ärztekammer Schleswig-Holstein nachzuweisen. So gehörte eine jeweils einjährige chirurgische und internistische Weiterbildung ebenso zu den Anforderungen der Ärztekammer, wie auch eine mindestens 1/2-jährige anästhesiologische oder intensivmedizinische Weiterbildung, zudem der Nachweis der Fachkunde Rettungsdienst, die Teilnahme an anerkannten Kursen im Bereich der Tropenmedizin und Infektiologie, der Nachweis tauchmedizinischer Grundkenntnisse etc. Während diese Anforderungen für den zivilen Schiffsarzt alleine schon zeitlich nur schwer erfüllbar waren, hat sich zudem inzwischen die Bedarfslage der Marine geändert, so dass seit vielen Jahren der 240-stündige Lehrgang Zivilpersonen nicht mehr offen steht. Unter anderem aus diesem Grund entschloss sich die Ärztekammer Schleswig-Holstein am 28.3.2012, das Zertifikat Maritime Medizin abzuschaffen.

Entgegen teilweise anderslautenden Formulierungen, die man im Internet finden kann, kann das Zertifikat Maritime Medizin der Ärztekammer Schleswig-Holstein nicht mehr erworben werden! Es gibt jedoch immer wieder Lehrgangsanbieter die sich dieser Bezeichnung bedienen.

Allerdings ist das Zertifikat von den Kolleginnen und Kollegen, die es bei der Ärztekammer Schleswig-Holstein erworben haben, weiterhin führungsfähig.

Wir setzen auf Transparenz: Bei uns erhalten Sie am Ende eines jeden durch die Landesärztekammer Schleswig-Holstein anerkannten Lehrgangsmoduls ein ausführliches Teilnahmezertifikat mit einer detaillierten Beschreibung der vermittelten Lehrinhalte, Praktika und Einweisungen, so dass sich die Reederei im Rahmen Ihrer Bewerbung einen guten Überblick über Ihren persönlichen schifffahrtsmedizinischen Kenntnisstand verschaffen kann.

Allgemeine Fragen zur Schiffsarzttätigkeit

Auf welchen Schiffen werden Schiffsärzte benötigt?

Den größten Bedarf hat naturgemäß die Kreuzfahrtindustrie. Je nach eigenem Interesse gibt es verschiedenste Konzepte im Kreuzfahrtbereich. Club-Urlaube mit überwiegend jüngerem Publikum werden ebenso angeboten wie Luxusreisen oder Expeditionskreuzfahrten. Auch der Einsatz auf Forschungs- und Behördenschiffen oder Traditionsseglern ist möglich. Im stetig wachsenden Markt der Mega-Yachten sind immer wieder zuverlässige und diskrete Schiffsärzte gefragt. Ein aktueller Bedarf entsteht auch durch die Installation von Offshore-Windparks, denn hier müssen die Errichterschiffe unter bestimmten Bedingungen ebenfalls mit einem Schiffsarzt ausgestattet sein. Sie sehen, es gibt vielfältige Möglichkeiten. Werfen Sie doch mal einen Blick auf die Stellenangebote.

Besteht die Möglichkeit an Bord zu famulieren?

Diese Frage erhalten wir insbesondere von Studierenden der Medizin recht häufig. In der Vergangenheit haben wir regelmäßig bei diversen Reedereien angefragt und leider immer die gleiche Antwort erhalten: Eine Famulatur an Bord ist leider nicht möglich.

Welche gesetzlichen Anforderungen werden an Schiffsärzte gestellt?

Eine klare und international einheitliche Definition der Anforderungen für Schiffsärzte gibt es nicht. Es hängt immer primär vom sogenannten "Flaggenstaat" des Schiffes ab. Sofern Sie auf einem Schiff unter deutscher Flagge eine Tätigkeit als Schiffsarzt aufnehmen möchten, sind für Sie die Anforderungen der Verordnung zu maritimen Medizin (MariMedV) verbindlich. Diese wurde am 23.5.2014 vom Bundesrat beschlossen und trat im August 2014 in Kraft.

Die genauen Inhalte der MariMedV finden Sie hier.

Die rechtlichen Anforderungen für Schiffsärzte unter deutscher Flagge haben wir Ihnen in unseren "Mitteilungen für Schiffsärzte" verständlich dargestellt.

Bin ich geeignet für eine Schiffsarzttätigkeit?

Wir haben in intensiven Gesprächen mit verschiedenen Reedereien die Schnittmenge des Qualifikationsprofils zusammengestellt und zu Ihrer Unterstützung eine Checkliste zur Selbsteinschätzung entwickelt, die Sie bei uns kostenfrei herunter laden können.

Welche Facharztrichtungen werden bevorzugt?

Um unabhängig von externen Empfehlungen einen tatsächlichen Überblick zu bekommen, haben wir uns mit vielen Reedereien unterhalten. Hierbei stellte sich heraus, dass die bevorzugten Facharztrichtungen meistens Allgemeinmediziner, Chirurgen, Internisten und Anästhesisten / Notfallmediziner sind. Grundsätzlich ist es aber immer eine Entscheidung der Reederei, so dass die Tätigkeit prinzipiell auch anderen Facharztrichtungen offen steht. Eine stets wichtige Forderung ist Erfahrung in der Notfallmedizin, sowie je nach Ausrüstung der Schiffe der Fachkundenachweis Strahlenschutz und Erfahrungen in der Sonografie. Viele Anforderungen richten sich natürlich nach dem spezifischen Risiko: Forschungsschiffe, Clubschiffe oder Expeditionskreuzfahrer beinhalten verschiedene Herausforderungen und setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

Welche fachlichen Voraussetzungen muss ein Schiffsarzt mitbringen?

Um als Schiffsärztin oder Schiffsarzt tätig zu sein, müssen Sie zunächst einmal approbierte Ärztin oder approbierter Arzt sein (siehe auch: Rechtliche Voraussetzungen).

Zusätzlich müssen Sie eine Vielzahl fachlicher Voraussetzungen erfüllen. Diese unterscheiden sich von Schiff zu Schiff. Von Reederei zu Reederei. Von Position zu Position. Von Einsatz zu Einsatz. Einen Einblick gibt Ihnen die (inzwischen nicht mehr verbindliche) Schiffsarztrichtlinie des Arbeitskreises der Küstenländer für Schiffshygiene. Die genauen Einstellungsvoraussetzungen erfahren Sie jedoch nur von dem Reeder, dem Kapitän oder dem Superyachtbesitzer, dessen Schiff Sie als Ihr Ziel ausgewählt haben.

Auch wenn es von Seiten der Reedereien kein einheitliches Anforderungsprofil für Schiffsärzte gibt, eines ist allen gemeinsam: Sie müssen maritime Kompetenz mitbringen. Wie funktioniert der Bordalltag? Welche Art der medizinischen Ausrüstung habe ich zur Verfügung? Wie kommuniziere ich an Bord? Wer ist wofür zuständig? Sie sollten sich ausreichend Zeit nehmen, um sich auf Ihren Einsatz an Bord vorzubereiten.

Hierbei soll Sie unser Fortbildungsangebot unterstützen.

Was ist ein Basic Safety Training?

Als Schiffsarzt sind Sie Offizier und damit Teil der Besatzung. In der Regel werden Ihnen Sicherheitsaufgaben übertragen. Auf Grund internationaler Übereinkommen (STCW-Code) sind die Reedereien verpflichtet, sich von Ihnen das Absolvieren eines Basic Safety Trainings nachweisen zu lassen. Es gibt zwei verschiedene Lehrgänge, von entweder einer Woche oder zwei Wochen Dauer. Im Rahmen dieser Kurse erlernen Sie die Grundlagen der Brandbekämpfung, Arbeiten unter schwerem Atemschutz, den Umgang mit Seenotsignalen, das Verhalten in Freifall-Rettungsbooten, den Umgang mit Überlebensanzügen und viele weitere spannende Inhalte. Bitte Fragen Sie vor der Teilnahme unbedingt nach der Notwendigkeit der Berufsgenossenschaftlichen Grundsatzuntersuchung G26.3 (Tragen von schwerem Atemschutz). Unsere Teilnehmer erhalten attraktive Rabatte bei renommierten und zuverlässigen Ausbildungspartnern.

Im Gegensatz zum umfangreichen Basic Safety Training, das nicht jedes Besatzungsmitglied absolvieren muss, handelt es sich beim Basic Safety Familarization Training um die „Sicherheitseinweisung“ an Bord, an der jedes Besatzungsmitglied teilnehmen muss. Spätestens seit der Havarie der COSTA CONCORDIA ist diese Sicherheitseinweisung in aller Munde. Die Einweisung ist schiffsspezifisch, selbstverständlich kostenfrei und vermittelt u.a. die Kenntnis über das Verhalten bei verschiedenen Alarmsignalen, die eigene Sicherheitsrolle und die Lage der Sammelplätze, die im Alarmfall aufzusuchen sind. Es gab in der Vergangenheit unseriöse Lehrgangsanbieter, die die Ähnlichkeit der Begriffe ausnutzten und versuchten, an Land entsprechende Familarization Trainings zu verkaufen. Hiervor können wir nur eindringlich warnen!

Gibt es eine Altersgrenze für Schiffsärzte?

Ja und nein. Die Altersgrenze wird durch die Personalabteilungen der Reedereien festgelegt. Daher ist diese Frage nicht leicht zu beantworten. Viele Reedereien legen die Altersgrenze für den Erstaufstieg auf 67 Jahre, im Einzelfall entscheidet immer die Reederei, Abweichungen in beide Richtungen sind möglich. Grundsätzlich sollte sich Jeder und Jede aber selber kritisch einschätzen, in wie weit er oder sie den physischen Anforderungen wechselnder Klimazonen, Langstreckenflügen und eventuell dramatischer Notfallsituationen sowie dem oft anstrengenden Tagesgeschäft körperlich gewachsen ist. Auf vielen Schiffen ist es beispielsweise aus nachvollziehbaren Gründen dem medizinischen Team im Notfall nicht erlaubt, Aufzüge zu verwenden.

Was ist die Seedienst­tauglichkeits­untersuchung?

Als Schiffsarzt sind Sie Besatzungsmitglied im Sinne des Seearbeitsgesetzes. Jedes Besatzungsmitglied benötigt einen ärztlichen Nachweis über die Tauglichkeit zum Schiffsdienst, der alle zwei Jahre zu wiederholen ist.

Grundsätzlich richtete sich die Seediensttauglichkeit nach der Flagge des Schiffes. Durch die Einführung des Seearbeitsgesetzes müssen zukünftig Seediensttauglichkeitsuntersuchungen der verschiedenen Staaten untereinander anerkannt werden. Wir empfehlen Ihnen gerade in der aktuellen Übergangsphase aber dennoch, sich mit der Reederei Ihres Vertrauens in Verbindung zu setzen und vorab zu erfragen, welche Seediensttauglichkeitsuntersuchung erforderlich ist.

Informationen über die deutsche Seediensttauglichkeitsuntersuchung und die für die Durchführung der Seediensttauglichkeit ermächtigten Untersuchungsstellen erhalten Sie beim Seeärztlichen Dienst der Berufsgenossenschaft für Verkehr und Transportwirtschaft.

Eine Liste der ermächtigten Ärzte finden Sie hier: Seeärztlicher Dienst.

Wir versuchen gerne, für Sie am Rande einer Lehrgangswoche bei uns in Kiel Termine für Ihre Seediensttauglichkeitsuntersuchung bei einer zugelassenen Untersuchungsstelle zu organisieren. Sprechen Sie uns einfach an. Hier finden Sie bereits den zugehörigen Fragebogen der BG Verkehr, den Sie vor der Untersuchung ausfüllen müssen.

Was ist das Seefahrtbuch?

Das deutsche Seefahrtbuch ist, genauer genommen, war ein "Ausweis für Seeleute" und hatte bis 2007 auch den Stellenwert eines offiziellen Passersatzpapiers. Das Seefahrtbuch diente der Eintragung von An- und Abmusterung, dem Nachweis von durchlaufenen Ausbildungen wie zum Beispiel des Basic Safety Trainings sowie der Eintragung der Fahrenszeiten und der Visa. Und ganz nebenbei ist es eine schöne bleibende Erinnerung an das Erlebte. Leider wurde das Seefahrtbuch mit der Einführung des Seearbeitsgesetzes am 1.8.2013 abgeschafft (es darf noch bis 31.5.2019 weiter verwendet werden, wird aber in Deutschland nicht mehr neu ausgestellt). Der Heuernachweis wird nun mit Hilfe eines an Bord auszufüllenden Formulars erbracht.

Andere Nationen stellen weiterhin Seefahrtbücher aus.

Wer auf Schiffen unter deutscher Flagge fährt, kann den freiwilligen "Seeleute-Ausweis" beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie beantragen. Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Bin ich als Schiffsarzt dem Kapitän vorgesetzt?

Eine erstaunlich häufig geäußerte Vermutung und ein ganz klares: Nein! Im Gegensatz zu der Darstellung in so mancher Fernsehserie ist der Schiffsarzt einer von vielen Offizieren und muss sich in das komplexe Hierarchiegefüge an Bord integrieren. Dies wird Ihnen umso leichter fallen, je mehr Sie die Organisationsstruktur des Schiffsbetriebes verstanden haben. Eine wichtige Grundvoraussetzung für den reibungsfreien Ablauf und ein zentrales Thema unseres BASIC COURSE - Einführung in die Maritime Medizin.

Wie viele Nationen arbeiten an Bord eines Kreuzfahrtschiffes?
Mehr als 40 verschiedenen Nationen arbeiten an Bord eines Kreuzfahrtschiffes.

Hätten Sie gedacht, dass sich an Bord eines Kreuzfahrtschiffe Menschen aus mehr als 40 verschiedenen Nationen um Wohl und Sicherheit der Passagiere bemühen?

Und können Sie sich vorstellen, dass diese kulturelle Vielfalt für Sie als Ärztin oder Arzt durchaus auch gewisse Herausforderungen beinhaltet?

Greifen wir exemplarisch einmal die Hauptgruppe heraus: Die Philippinen. Eine klassische Seefahrernation. Wenn wir nur auf diese eine Nation einen Detailblick werfen, dann finden wir etwa 880 bewohnte Inseln, über 170 verschiedene Sprachen, Christen, Moslems, Buddhisten und verschiedene weitere Religionen. Gibt es also „den Philippino“?

Gibt es allumfassende Patentrezepte für den Umgang mit „dem“ Chinesen oder „dem“ Russen? Wahrscheinlich nicht. Ein Thema, dass jeden, der sich mit der Seefahrt beschäftigt, bewegt. Wahrscheinlich jeden, der in einer globalisierten Welt lebt und arbeitet…

Der Schiffsarzt kommt als Hausarzt der Seeleute früher oder später mit allen Nationalitäten, allen Bedürfnissen der verschiedensten Menschen in Kontakt. Unumstritten eine besondere Herausforderung!