Der Schiffsarztlehrgang & Maritime Medizin
Hier beantworten wir Ihnen häufige Fragen zu unseren Modulen und zur Arbeit an Bord. Viel Spaß beim Stöbern!
Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns – wir helfen Ihnen gerne weiter.
Fragen zum Schiffsarztlehrgang
Grundsätzlich sind beim Schiffsarztlehrgang alle Interessierten willkommen. Die genannten Zielgruppen zeigen, für wen das jeweilige Modul konzipiert ist; sie stellen keine formalen Zugangsvoraussetzungen dar. Einzige Ausnahme ist Modul S: SAFE. Die Teilnahme ist ausschließlich Angehörigen medizinischer Berufsgruppen vorbehalten und ein entsprechender Nachweis erforderlich.
Modul 1: Zertifikatskurs Maritime Medizin
Zielgruppe: Ärzt*innen, Pflegefachpersonen, Notfallsanitäter*innen sowie Verantwortliche aus Reedereien, Telemedizin und weiteren landseitigen Schnittstellen
Zugangshinweis: Maritime Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Modul 2: Klinische Fächer kompakt
Zielgruppe: Ärzt*innen aller Fachrichtungen, Pflegefachpersonen und Notfallsanitäter*innen
Zugangshinweis: Das Modul richtet sich vorrangig an Ärzt*innen. Pflegefachpersonen und Notfallsanitäter*innen können anhand ihres klinischen Vorwissens selbst einschätzen, ob das Modul für sie geeignet ist.
Modul 3: Außerklinische Intensiv- und Notfallmedizin
Zielgruppe: Ärzt*innen, Pflegefachpersonen und Notfallsanitäter*innen
Zugangshinweis: Medizinische Berufserfahrung ist hilfreich, aber keine formale Voraussetzung. Maritime Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Modul S: Sexual Assault Forensic Examination Training (SAFE)
Zielgruppe: Ärzt*innen, Pflegefachpersonen, Notfallsanitäter*innen und Angehörige weiterer medizinischer Berufsgruppen
Zugangshinweis: Die Teilnahme ist ausschließlich mit einem Nachweis der medizinischen Berufsqualifikation möglich.
Modul Z: Notfall-Zahnmedizin auf See
Zielgruppe: Ärzt*innen, Pflegefachpersonen und Notfallsanitäter*innen
Zugangshinweis: Eine zahnmedizinische Ausbildung ist nicht erforderlich.
Modul L: Maritime Medical Leadership
Zielgruppe: Ärzt*innen, Pflegefachpersonen und Notfallsanitäter*innen sowie Verantwortliche aus Reedereien und Telemedizin
Zugangshinweis: Eine formale Führungsposition ist nicht erforderlich.
Modul N: Nurse & Paramedic Maritime Medical Care
Zielgruppe: Pflegefachpersonen, Notfallsanitäter*innen und Paramedics
Zugangshinweis: Das Modul wurde speziell für diese Berufsgruppen entwickelt. Ärzt*innen gehören nicht zur Zielgruppe.
Die medizinischen Inhalte knüpfen an die Kenntnisse an, die Ärzt*innen, Pflegefachpersonen und Notfallsanitäter*innen aus ihrer jeweiligen Ausbildung und Berufspraxis mitbringen. Für Module, die auch anderen Berufsgruppen offenstehen, sind keine bzw. nur geringe medizinischen Vorkenntnisse erforderlich.
Maritime Vorkenntnisse sind keine formale Teilnahmevoraussetzung. Wenn Sie noch keinerlei Kenntnisse der maritimen Medizin und der Strukturen an Bord haben, empfehlen wir Ihnen jedoch, mit Modul 1 zu beginnen. In den übrigen Modulen können die dort vermittelten Grundlagen nicht wiederholt werden.
Ja. Alle Module können einzeln und ohne festgelegte Reihenfolge gebucht werden. Jedes Modul setzt einen eigenen Schwerpunkt und ist für sich abgeschlossen.
Den größten Nutzen bietet jedoch die Kombination: Die Module ergänzen einander gezielt und vermitteln gemeinsam ein umfassendes Bild der medizinischen Arbeit auf See. Deshalb empfehlen wir, möglichst alle für Ihre Berufsgruppe geeigneten Module zu absolvieren.
Die Termine sind so aufeinander abgestimmt, dass sich mehrere Module gut miteinander verbinden lassen. Die aktuellen Kombinationsmöglichkeiten finden Sie bei den jeweiligen Lehrgangsterminen.
Eine eigenständige, allgemein verbindliche Ausbildung, deren Abschluss automatisch zur Tätigkeit als Schiffsärzt*in befähigt, gibt es nicht. Dennoch bereiten Medizinstudium, Facharztweiterbildung und ärztlicher Alltag nur teilweise auf die besonderen Bedingungen der medizinischen Versorgung auf See vor.
Welche zusätzliche Vorbereitung sinnvoll ist, hängt von Ihren medizinischen und maritimen Vorkenntnissen sowie Ihrer geplanten Tätigkeit ab. Deshalb ist der Schiffsarztlehrgang modular aufgebaut: Sie können gezielt einzelne Schwerpunkte wählen oder alle für Ärzt*innen vorgesehenen Module zu einer umfassenden Vorbereitung kombinieren.
Ja. Medizinische Empfehlungen, technische Möglichkeiten, internationale Vorgaben und die Abläufe an Bord entwickeln sich kontinuierlich weiter. Gleichzeitig treten manche kritischen Situationen so selten auf, dass auch langjährige Erfahrung allein keine Routine gewährleisten kann. Allgemeine medizinische Fortbildungen berücksichtigen zudem meist nicht die besonderen Bedingungen und begrenzten Ressourcen auf See.
Der Schiffsarztlehrgang wird deshalb fortlaufend aktualisiert und richtet sich ausdrücklich auch an bereits tätige Schiffsärzt*innen. Sie können einzelne Fachgebiete gezielt auffrischen, neue Entwicklungen einordnen, selten benötigte Kenntnisse vertiefen und die eigene Praxis mit erfahrenen Referent*innen und Kolleg*innen reflektieren.
Mit dieser Verbindung aus maritimer Systemkenntnis, klinischer Breite, Notfall- und Intensivmedizin sowie spezialisierten Praxismodulen bietet der Schiffsarztlehrgang nach unserer Kenntnis ein weltweit einzigartiges Fortbildungskonzept. Er ist damit nicht nur eine fundierte Vorbereitung auf den ersten Einsatz, sondern auch eine fachspezifische Fortbildung für die gesamte Tätigkeit als Schiffsärzt*in.
Unsere Lehrgänge finden bewusst überwiegend an Land in Kiel statt. Nur so können wir die Expertise unserer mehr als 90 Fachdozent*innen aus Medizin und maritimer Wirtschaft gezielt in das Programm einbinden. An Bord von Kreuzfahrtschiffen ist diese fachliche Exzellenz der Lehre nicht realisierbar. In der Seeburg bieten wir zudem verlässliche Rahmenbedingungen, geeignete Räume und die notwendige Ausstattung für intensive praktische Übungen.
In Modul 1 gehen wir ganz bewusst an Bord. Denn Schiffsbesichtigung ist nicht gleich Schiffsbesichtigung: Ein Rundgang, der dem regulären Gästeprogramm entspricht, vermittelt auch im Rahmen einer Fortbildung kaum mehr als die Perspektive einer Kreuzfahrt.
Unsere fachlich konzipierten Besichtigungen beginnen dort, wo touristische Rundgänge enden. Wir zeigen unterschiedliche Schiffstypen als vollständige Arbeits- und Lebenssysteme – selbstverständlich mit Brücke, Maschinenraum, Werkstätten, Crewbereichen, Sicherheitsorganisation und medizinischen Einrichtungen. So lernen Sie nicht nur die sichtbare Seite eines Schiffes kennen, sondern verstehen, wie der Betrieb hinter den Kulissen tatsächlich funktioniert.
Unser Heimathafen ist Kiel. Die meisten Module finden als Präsenzfortbildungen in der Seeburg statt – direkt an der Kieler Förde, zwischen Kiellinie und Ostseekai. Für einzelne Praxisworkshops und Schiffsbesichtigungen nutzen wir zusätzliche spezialisierte Lernorte.
Unsere Lehrgänge bieten wir überwiegend in aufeinander abgestimmten Frühjahrs- und Herbstblöcken an. So lassen sich mehrere Module gut miteinander verbinden. Alle Daten, Veranstaltungsorte und verfügbaren Plätze finden Sie in unserer aktuellen Terminübersicht.
Die Dauer richtet sich nach Umfang und Praxisanteil:
- Module 1, 2 und 3: jeweils fünf Tage
- Modul N: drei Tage
- Module S, Z und L: jeweils zwei Tage
Alle Module finden in Präsenz statt. Die genauen Unterrichtszeiten teilen wir Ihnen rechtzeitig mit.
Alle buchbaren Veranstaltungen finden Sie unter Aktuelle Termine. Wählen Sie dort das gewünschte Modul und den passenden Termin aus und melden Sie sich über das Onlineformular verbindlich an. Die Eingangsbestätigung erhalten Sie unmittelbar per E-Mail; Rechnung und organisatorische Unterlagen folgen rechtzeitig. Soll Ihr*e Arbeitgeber*in die Kosten übernehmen, können Sie eine abweichende Rechnungsanschrift angeben. Für jede Buchung gelten unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Wir führen keine Wartelisten oder Nachrückverfahren. Werden kurzfristig Plätze frei, informieren wir darüber zuerst in unserem WhatsApp-Status und anschließend per Newsletter. Wie Sie unseren WhatsApp-Account finden, erfahren Sie bei der Newsletter-Anmeldung. Da viele Module schnell ausgebucht sind, empfehlen wir, beide Informationswege zu nutzen und frühzeitig zu buchen.
Im Lehrgangspreis sind das vollständige Kursprogramm, sämtliche Materialien für die praktischen Übungen, die Nutzung der Trainingsgeräte, Teilnahmezertifikat und Fortbildungspunkte sowie der Zugang zu unserem exklusiven Lehrgangsportal enthalten. Hinzu kommen WLAN, Schreibmaterialien und eine umfangreiche Tagungsverpflegung mit Getränken, Obst, Snacks, Mittagessen sowie Kaffee und Gebäck. Modulspezifische Zusatzleistungen finden Sie beim jeweiligen Lehrgangstermin.
Anreise, Übernachtung und optionale Abendveranstaltungen sind nicht im Lehrgangspreis enthalten.
Für ausgewählte, gut miteinander kombinierbare Module bieten wir Kombinationsrabatte an. Ob Ihre gewünschte Kombination rabattfähig ist und wie hoch der Preisvorteil ausfällt, wird beim jeweiligen Termin und während der Anmeldung ausgewiesen.
Je nach Zielgruppe beantragen wir für unsere Module ärztliche Fortbildungspunkte und/oder Fortbildungspunkte für Pflegefachpersonen. Ärztliche Fortbildungen werden von der Ärztekammer Schleswig-Holstein bewertet. Die verbindlichen Punktzahlen werden nach erfolgter Anerkennung beim jeweiligen Lehrgangstermin ausgewiesen.
Darüber hinaus gelten folgende Besonderheiten:
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Modul 1: vollständiger theoretischer Kurs des BÄK-Curriculums „Maritime Medizin“ mit 45 Unterrichtseinheiten und Lernerfolgskontrolle; zertifiziert als curriculare Fortbildung der Kategorie H
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Modul 2: inklusive Refresher Reisemedizin nach den Vorgaben der DTG
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Modul 3: zusätzlich 10 N-Punkte für Notärzt*innen und Rettungsdienstpersonal
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Module S und Z: ärztliche Fortbildungspunkte; Pflegefortbildungspunkte können bei Bedarf beantragt werden, bitte sprechen Sie uns rechtzeitig an.
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Modul L: ärztliche Fortbildungspunkte und Pflegefortbildungspunkte werden beantragt
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Modul N: Pflegefortbildungspunkte werden beantragt, eine Anerkennung als Fortbildung für Ärzt*innen erfolgt nicht.
Unsere fünftägigen Module 1, 2 und 3 sind in Schleswig-Holstein und Thüringen offiziell als Bildungsfreistellung beziehungsweise Bildungsurlaub anerkannt. Ob Sie einen gesetzlichen Anspruch haben, richtet sich nach dem Bundesland Ihrer Arbeitsstätte.
Für den Antrag reichen Sie bei Ihrem Unternehmen oder Ihrer Dienststelle folgende Unterlagen ein:
- Ihren Antrag auf Bildungsfreistellung
- die passende Anerkennungsbescheinigung aus Schleswig-Holstein oder Thüringen
- bei Bedarf unser Standardschreiben mit der Bitte um freiwillige Anerkennung
Alle Unterlagen finden Sie auf unserer Seite Bildungsurlaub. Stellen Sie den Antrag möglichst frühzeitig – idealerweise mindestens drei Monate vor Lehrgangsbeginn.
Bei einer bewilligten Bildungsfreistellung werden Sie unter Fortzahlung Ihres Arbeitsentgelts von der Arbeit freigestellt. Lehrgangsgebühr, Anreise und Übernachtung werden dadurch jedoch nicht automatisch übernommen.
Nach vollständiger Teilnahme erhalten Sie für jedes absolvierte Modul ein eigenes Teilnahmezertifikat. Darauf sind die Bezeichnung und der Zeitraum des Lehrgangs, der Unterrichtsumfang sowie die jeweiligen Fortbildungspunkte und besonderen Anerkennungen dokumentiert. Zusätzliche Nachweise, etwa über absolvierte Geräteeinweisungen, werden abhängig vom Modul ebenfalls ausgestellt.
Das Zertifikat für Modul 1 bestätigt außerdem die erfolgreiche Teilnahme am vollständigen theoretischen Kurs des BÄK-Curriculums „Maritime Medizin“ mit 45 Unterrichtseinheiten und Lernerfolgskontrolle. Es dient als Nachweis für die spätere Beantragung des Kammerzertifikats „Maritime Medizin“, ist aber nicht mit diesem gleichzusetzen. Das Kammerzertifikat wird bei Erfüllung aller Voraussetzungen von der zuständigen Landesärztekammer ausgestellt.
Bitte informieren Sie uns so früh wie möglich schriftlich, gern per Email. Für einen Rücktritt gelten die in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgelegten Stornokosten:
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bis acht Wochen vor Lehrgangsbeginn: 10 Prozent
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bis vier Wochen vor Lehrgangsbeginn: 50 Prozent
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innerhalb der letzten vier Wochen oder bei Nichterscheinen: 100 Prozent der Lehrgangsgebühr
Eine Umbuchung auf einen anderen Termin ist nicht möglich.
Für kurzfristige Ausfälle, etwa durch Erkrankung, empfehlen wir den Abschluss einer Seminarversicherung. Je nach Vertrag können darüber neben der Lehrgangsgebühr auch bereits gebuchte Reise- und Übernachtungskosten abgesichert werden.
Fragen zur medizinischen Tätigkeit an Bord
Den größten Bedarf an Schiffsärzt*innen hat die Kreuzfahrtindustrie – von Club- und Luxusreisen bis zu Expeditionskreuzfahrten. Weitere Einsatzmöglichkeiten bestehen auf Forschungs- und Behördenschiffen, Traditionsseglern, Megayachten sowie bestimmten Offshore-Errichterschiffen.
Aktuelle Ausschreibungen und Links zu den Karriereportalen finden Sie auf unserer Stellenangebotsseite.
Eine erstaunlich häufig geäußerte Vermutung und ein ganz klares: Nein!
Schiffsärzt*innen tragen die fachliche Verantwortung für die medizinische Versorgung und beraten die Schiffsführung. Die Gesamtverantwortung für Schiff und Betrieb liegt jedoch bei dem*der Kapitän*in.
Schiffsärzt*innen gehören zur Besatzung, meist im Offiziersrang, und müssen sich in die Bordorganisation einfügen. Wer Zuständigkeiten, Entscheidungswege und Hierarchien versteht, kann die eigene Rolle sicher ausfüllen und wirksam mit den anderen Bereichen zusammenarbeiten.
Dieses Organisationsverständnis ist ein zentrales Thema unseres Moduls 1 – Einführung in die Maritime Medizin.
Eine einheitliche und international verbindliche Ausbildung für die schiffsärztliche Tätigkeit gibt es nicht. Schiffsärzt*in ist in Deutschland keine eigene Facharztbezeichnung. Welche Qualifikationen für einen Einsatz erforderlich sind, richtet sich nach dem Flaggenstaat, der Reederei, dem Schiffstyp und der konkreten Position.
Das BÄK-Curriculum „Maritime Medizin“ ist keine Ausbildung für die Tätigkeit als Schiffsärzt*in. Es bildet den gemeinsamen fachlichen Grundstock – den Common Trunk – der maritimen Medizin. Es vermittelt Ärzt*innen grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten für unterschiedliche Tätigkeiten in der zivilen Seeschifffahrt. Das Kammerzertifikat dokumentiert diese maritim-medizinische Qualifikation, bescheinigt jedoch keine umfassende schiffsärztliche Einsatzqualifikation.
Für eine Tätigkeit auf Schiffen unter deutscher Flagge gelten gesonderte gesetzliche Voraussetzungen. Schiffsärzt*innen müssen dafür beim Seeärztlichen Dienst der BG Verkehr registriert sein. Auf Schiffen unter anderer Flagge sowie bei einzelnen Reedereien können andere oder zusätzliche Anforderungen gelten.
Der Schiffsarztlehrgang ist daher keine Berufsausbildung im rechtlichen Sinn. Unsere Module vermitteln – je nach fachlichem Schwerpunkt – Grundlagen der maritimen Medizin sowie ergänzende klinische, notfallmedizinische und praktische Kompetenzen für medizinische Tätigkeiten auf See.
Nein. Eine allgemeine gesetzliche Verpflichtung, vor einer medizinischen Tätigkeit an Bord einen maritim-medizinischen Lehrgang zu absolvieren, gibt es nicht. Das gilt für Ärzt*innen ebenso wie für Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Notfallsanitäter*innen und Paramedics.
Maßgeblich sind die Vorgaben des Flaggenstaates sowie die Anforderungen der jeweiligen Reederei und Position. Für Schiffsärzt*innen auf Schiffen unter deutscher Flagge ist beispielsweise die Registrierung beim Seeärztlichen Dienst der BG Verkehr gesetzlich vorgeschrieben. Entscheidend ist dabei nicht der Besuch eines bestimmten Lehrgangs, sondern der Nachweis der geforderten ärztlichen Qualifikationen, der notfallmedizinischen Kompetenz sowie der maritimen Erfahrung und Kenntnisse.
Das Kammerzertifikat nach dem BÄK-Curriculum „Maritime Medizin“ kann einen Teil dieser Voraussetzungen nachweisen. Das Curriculum selbst ist jedoch kein gesetzlich vorgeschriebener Schiffsarztkurs, sondern der gemeinsame fachliche Grundstock der maritimen Medizin.
Reedereien können unabhängig von den gesetzlichen Vorgaben zusätzliche Fortbildungen oder Zertifikate verlangen. Deshalb sollten die Anforderungen immer für die konkrete Position und das jeweilige Schiff geprüft werden.
Die Tätigkeit als Schiffsärzt*in ist kein Urlaubsmodell mit gelegentlichen Sprechstunden, sondern ein anspruchsvoller ärztlicher Beruf. Schiffsärzt*innen sind Mitglieder der Besatzung, häufig im Offiziersrang, und tragen während ihres gesamten Einsatzes medizinische, organisatorische und rechtliche Verantwortung. Sie behandeln Patient*innen aller Altersgruppen, führen Sprechstunden und Bereitschaftsdienste durch, versorgen Notfälle und müssen auch mit begrenzten Ressourcen und ohne unmittelbar erreichbare weiterführende Versorgung sicher entscheiden und handeln können.
Grundvoraussetzungen sind eine gültige Approbation oder eine gleichwertige ärztliche Berufszulassung sowie breite und aktuelle klinische Erfahrung. Viele Reedereien verlangen eine Facharztanerkennung, insbesondere in Allgemeinmedizin, Innerer Medizin, Anästhesiologie oder Chirurgie. Häufig werden zusätzlich mindestens drei Jahre aktuelle Berufserfahrung in der Notfall-, Akut- oder Intensivmedizin erwartet. Eine Facharztanerkennung allein genügt nicht: Entscheidend sind praktische Routine, notfallmedizinische Handlungssicherheit und die Fähigkeit, ein sehr breites medizinisches Spektrum eigenständig zu versorgen.
Abhängig von Reederei, Flaggenstaat, Fahrtgebiet und Position können folgende Qualifikationen und Nachweise verpflichtend oder ausdrücklich erwünscht sein:
-
Zusatzbezeichnung Notfallmedizin, Fachkunde Rettungsdienst oder eine vergleichbare internationale Qualifikation
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gültiges ACLS- oder ALS-Zertifikat
-
gültiges PALS-, EPALS- oder APLS-Zertifikat
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traumatologische Qualifikation wie PHTLS, ATLS, ITLS oder ETC
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aktuelle Fachkunde im Strahlenschutz
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Qualifikation und praktische Erfahrung in der Notfallsonografie beziehungsweise Point-of-Care-Ultraschall
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SAFE- oder SANE-Training zur medizinischen und forensischen Versorgung nach sexualisierter Gewalt
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praktische Erfahrung in allgemeinmedizinischer Versorgung, chirurgischer Wundversorgung, Atemwegsmanagement, Beatmung, Defibrillation, EKG-Diagnostik, Labordiagnostik, Röntgen und Immobilisation
-
Kenntnisse und Erfahrung in Hygiene, Infektionsprävention und arbeitsmedizinischen Fragestellungen
- Kenntnisse und Erfahrung im Ausbruchsmanagement
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sehr gute englische Sprachkenntnisse sowie sicherer Umgang mit digitaler Dokumentation und elektronischen Patient*innenakten
Welche Voraussetzungen tatsächlich verbindlich sind, ergibt sich aus dem Anforderungsprofil der jeweiligen Stelle. Die Nachweise müssen bei Dienstantritt in der Regel aktuell und gültig sein.
Maritime Berufserfahrung ist für den ersten Einsatz häufig nicht erforderlich. Die geforderte klinische und notfallmedizinische Routine ist jedoch nicht verhandelbar: Ein maritim-medizinischer Lehrgang kann fehlende Berufserfahrung nicht ersetzen. Er überträgt vorhandene medizinische Kompetenz auf die besonderen Bedingungen an Bord.
Die Tätigkeit als Pflegefachperson an Bord ist eine anspruchsvolle berufliche Aufgabe – keine Freizeitbeschäftigung während einer Schiffsreise und keine reine Assistenzfunktion. Pflegefachpersonen sind reguläre Mitglieder der Besatzung und des medizinischen Teams. Sie arbeiten nach Dienstplan, übernehmen Bereitschaftsdienste und tragen innerhalb ihres Kompetenz- und Verantwortungsbereichs eigenständig zur medizinischen Versorgung an Bord bei.
Dabei versorgen sie Patient*innen unterschiedlicher Altersgruppen und mit sehr unterschiedlichen Erkrankungen oder Verletzungen. Zu ihren Aufgaben können unter anderem die Ersteinschätzung, die ambulante und stationäre Versorgung, die Überwachung akut oder kritisch erkrankter Patient*innen, die Assistenz bei Untersuchungen und Eingriffen, die Notfallversorgung, die Wundversorgung, die Durchführung diagnostischer Maßnahmen sowie das Medikamenten-, Material- und Dokumentationsmanagement gehören. Da eine weiterführende medizinische Versorgung nicht jederzeit unmittelbar erreichbar ist, sind klinische Erfahrung, sicheres Priorisieren und selbstständiges Handeln besonders wichtig.
Grundvoraussetzung ist eine staatlich anerkannte pflegerische Ausbildung oder ein entsprechendes Pflegestudium mit gültiger Berufszulassung. Internationale Berufsabschlüsse werden von der jeweiligen Reederei geprüft. Abhängig vom Beschäftigungsmodell können außerdem eine Anerkennung der Berufsqualifikation in einem bestimmten Staat, eine Registrierung bei einer zuständigen Behörde oder eine European Professional Card erforderlich sein.
Viele Reedereien verlangen mindestens drei Jahre aktuelle Berufserfahrung nach Abschluss der Ausbildung. Häufig müssen davon mindestens sechs Monate in einer Notaufnahme, auf einer Intensivstation, in der Anästhesie oder in einem vergleichbaren akutmedizinischen Bereich erworben worden sein. Andere Reedereien erwarten mehrere Jahre durchgehende Erfahrung in der Akut-, Notfall- oder Intensivversorgung. Berufserfahrung ohne regelmäßigen Bezug zu akut oder kritisch erkrankten Patient*innen erfüllt das Anforderungsprofil daher häufig nicht.
Abhängig von Reederei, Flaggenstaat, Fahrtgebiet und konkreter Position können zusätzlich folgende Qualifikationen, Kenntnisse oder Nachweise verlangt oder ausdrücklich bevorzugt werden:
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Fachweiterbildung in der Intensiv- und Anästhesiepflege oder in der Notfallpflege
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gültiges ACLS- oder ALS-Zertifikat für die erweiterte Versorgung bei kardiovaskulären Notfällen
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gültiges PALS-, EPALS- oder APLS-Zertifikat für pädiatrische Notfälle
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traumatologische Qualifikation wie PHTLS, ITLS, ETC oder ein vergleichbares Kursformat
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SAFE- oder SANE-Training für die medizinische und forensische Versorgung nach sexualisierter Gewalt
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nachgewiesene Erfahrung im Atemwegsmanagement sowie im Umgang mit Beatmungsgeräten und Defibrillatoren
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sichere Kenntnisse in EKG-Diagnostik, Blutentnahme, venösen Zugängen und Point-of-Care-Labordiagnostik
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praktische Erfahrung in Wundversorgung, Immobilisation und gegebenenfalls Gips- oder Schienentechniken
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Einweisung oder Qualifikation im Umgang mit Röntgentechnik und die dafür erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz
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Erfahrung in Hygiene, Infektionsprävention und arbeitsmedizinischen Fragestellungen
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sicherer Umgang mit elektronischen Patient*innenakten und medizinischer Dokumentation
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sehr gute englische Sprachkenntnisse in Wort und Schrift
Welche Voraussetzungen tatsächlich verpflichtend sind, ergibt sich ausschließlich aus der jeweiligen Stellenausschreibung und den Vorgaben der Reederei. Geforderte Zertifikate müssen bei Dienstantritt in der Regel aktuell und während des vorgesehenen Einsatzzeitraums gültig sein.
Maritime Berufserfahrung ist für den ersten Einsatz häufig nicht erforderlich. Sie ersetzt jedoch ebenso wenig die notwendige klinische und akutmedizinische Routine wie ein maritim-medizinischer Lehrgang oder eine kurze Hospitation. Eine entsprechende Fortbildung baut auf der vorhandenen beruflichen Qualifikation auf und bereitet Pflegefachpersonen auf die besonderen Rahmenbedingungen der medizinischen Arbeit an Bord vor.
Nicht jede Reederei beschäftigt Notfallsanitäter*innen oder Paramedics im Bordhospital. Wo sie eingesetzt werden, handelt es sich um eine anspruchsvolle notfallmedizinische Berufstätigkeit – nicht um eine Freizeitbeschäftigung während einer Schiffsreise. Notfallsanitäter*innen und Paramedics sind reguläre Besatzungsmitglieder, arbeiten nach Dienstplan und im Bereitschaftsdienst und tragen innerhalb ihres Aufgabenbereichs eigenständige medizinische und organisatorische Verantwortung.
Je nach Reederei werden sie als Paramedics mit eigenem Aufgabenprofil oder – wie bei einzelnen deutschen Reedereien – in der Funktion einer Nurse eingesetzt. Sie können bei medizinischen Notfällen die ersteintreffenden medizinischen Fachkräfte sein, Patient*innen beurteilen, die Erstversorgung und Stabilisierung übernehmen und den Transport in das Bordhospital organisieren. Dort wirken sie an der ambulanten, stationären und intensivmedizinischen Versorgung mit. Hinzukommen können Tätigkeiten in Diagnostik, Dokumentation, Materialverwaltung, Bordapotheke und Qualitätsmanagement.
Die Berufsbezeichnungen Notfallsanitäter*in und Paramedic sind international nicht gleichbedeutend. In Deutschland werden ein staatlich anerkannter Abschluss als Notfallsanitäter*in und die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung vorausgesetzt. Internationale Reedereien verlangen häufig eine Advanced-Life-Support-Paramedic-Qualifikation oder einen gleichwertigen Abschluss sowie eine aktuelle Registrierung oder Berufszulassung bei der zuständigen staatlichen beziehungsweise nationalen Stelle. Ob ein deutscher Abschluss für eine bestimmte internationale Paramedic-Position anerkannt wird, prüft die jeweilige Reederei.
Viele Reedereien erwarten mindestens drei Jahre aktuelle Berufserfahrung nach Abschluss der Qualifikation – insbesondere im öffentlichen Rettungsdienst, in der präklinischen Notfallversorgung, der Akutmedizin oder der medizinischen Versorgung in abgelegenen Gebieten. Einzelne Reedereien verlangen darüber hinaus mindestens sechs Monate Erfahrung in einer Notaufnahme oder auf einer Intensivstation. Umfangreiche Rettungsdiensterfahrung allein erfüllt deshalb nicht automatisch jedes Stellenprofil. Entscheidend sind aktuelle praktische Routine und die Fähigkeit, auch komplexe oder kritisch erkrankte Patient*innen über einen längeren Zeitraum zu versorgen.
Abhängig von Reederei, Flaggenstaat, Fahrtgebiet und konkreter Position können zusätzlich folgende Qualifikationen, Kenntnisse oder Nachweise verpflichtend oder ausdrücklich erwünscht sein:
-
gültiges BLS-Zertifikat
-
gültiges ACLS- oder ALS-Zertifikat
-
gültiges PALS-, EPALS- oder APLS-Zertifikat
-
traumatologische Qualifikation wie PHTLS, ITLS, ETC oder ein vergleichbares Kursformat
-
Zusatzqualifikation oder Berufserfahrung in Intensivtransport, Luftrettung, Critical Care oder Remote Medicine
-
SAFE- oder SANE-Training zur medizinischen und forensischen Versorgung nach sexualisierter Gewalt
-
sichere Routine in strukturierter Ersteinschätzung, Reanimation und Versorgung kritisch erkrankter Patient*innen
-
praktische Erfahrung im Atemwegsmanagement sowie im Umgang mit Beatmungsgeräten und Defibrillatoren
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sichere Kenntnisse in EKG-Diagnostik, venösen und intraossären Zugängen sowie notfallmedizinischer Pharmakologie
-
Erfahrung in Wundversorgung, Immobilisation sowie gegebenenfalls Gips- und Schienentechniken
-
Kenntnisse in Point-of-Care-Labordiagnostik und gegebenenfalls im Umgang mit Röntgentechnik
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Erfahrung in Hygiene, Infektionsprävention und medizinischer Dokumentation
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sicherer Umgang mit elektronischen Patient*innenakten und gängiger Bürosoftware
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sehr gute englische Sprachkenntnisse in Wort und Schrift
Welche Voraussetzungen tatsächlich verbindlich sind, ergibt sich aus der jeweiligen Stellenausschreibung. Geforderte Zertifikate müssen bei Dienstantritt in der Regel aktuell und während des vorgesehenen Einsatzzeitraums gültig sein. Zusätzlich gelten die allgemeinen Anforderungen für Besatzungsmitglieder, beispielsweise an Seediensttauglichkeit, Impfungen, Reisedokumente und Sicherheitstrainings.
Maritime Berufserfahrung ist für den ersten Einsatz häufig nicht zwingend erforderlich, kann aber ausdrücklich bevorzugt werden. Sie ersetzt ebenso wenig die notwendige notfallmedizinische Berufserfahrung wie ein maritim-medizinischer Lehrgang. Eine entsprechende Fortbildung baut auf der vorhandenen Qualifikation auf und überträgt sie auf die besonderen Abläufe, Ressourcen und Verantwortlichkeiten an Bord.
Auf den meisten Kreuzfahrt- und Forschungsschiffen stehen Röntgenanlagen für die Notfalldiagnostik zur Verfügung. Schiffsärzt*innen, die Röntgenstrahlung eigenverantwortlich anwenden, die rechtfertigende Indikation stellen oder eine Röntgenanlage betreiben, benötigen die entsprechende Fachkunde im Strahlenschutz.
Für den Erwerb sind in der Regel erforderlich:
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Kurs zum Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz
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Grundkurs im Strahlenschutz
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Spezialkurs Röntgendiagnostik
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praktische Sachkunde unter fachkundiger Anleitung
Die theoretischen Kurse allein genügen nicht. Zusätzlich müssen die vorgeschriebene Sachkundezeit und die praktischen Tätigkeiten nachgewiesen werden. Erst danach kann die zuständige Stelle – häufig die jeweilige Landesärztekammer – die Fachkunde bescheinigen.
Da die Anforderungen vom Anwendungsgebiet und der zuständigen Stelle abhängen, empfehlen wir, diese vor Beginn der Kurse und der Sachkundezeit abzustimmen.
Von Angeboten, die praktische Nachweise ohne tatsächlich absolvierte praktische Ausbildung ausstellen, raten wir ausdrücklich ab. Wer an Bord Röntgenaufnahmen anfertigt und beurteilt, trägt unmittelbare Verantwortung für die Patient*innensicherheit.
Schiffsärzt*innen und Nurses gehören zur Besatzung und übernehmen meist Aufgaben innerhalb der Sicherheitsrolle. Daher benötigen sie in der Regel ein anerkanntes Basic Safety Training nach STCW. Entscheidend sind Position, Flaggenstaat und Reederei.
Das Training umfasst persönliche Überlebenstechniken, Brandverhütung und Brandbekämpfung, Erste Hilfe sowie persönliche Sicherheit und soziale Verantwortung. Je nach Schiff und Aufgabe können weitere Nachweise erforderlich sein, etwa Security Awareness oder Crowd Management auf Fahrgastschiffen.
Erkundigen Sie sich vor der Buchung, ob ein ärztlicher Eignungsnachweis für das Tragen von schwerem Atemschutz verlangt wird – häufig noch als „G 26.3“ bezeichnet.
Das Familiarization Training ist dagegen eine schiffsspezifische Sicherheitseinweisung an Bord. Es vermittelt unter anderem Alarmsignale, Sammelplätze, Fluchtwege und die persönliche Sicherheitsrolle. Es ist kostenfrei und ersetzt kein Basic Safety Training.
Verkürzte firmeninterne Sicherheitstrainings können auf die eigene Flotte beschränkt sein. Für größtmögliche berufliche Flexibilität empfehlen wir einen zugelassenen STCW-Lehrgang. Unsere Teilnehmer*innen erhalten attraktive Rabatte bei bewährten Ausbildungspartner*innen.
Als Schiffsärzt*in oder Nurse sind Sie Besatzungsmitglied und benötigen ein gültiges Seediensttauglichkeitszeugnis. Unter deutscher Flagge gilt dieses in der Regel zwei Jahre.
Welche Bescheinigung anerkannt wird, richtet sich nach Flaggenstaat und Reederei. Klären Sie die Anforderungen deshalb vorab mit Ihrer Reederei.
Informationen, Untersuchungsstellen und eine Liste zugelassener Ärzt*innen finden Sie beim Seeärztlichen Dienst. Den erforderlichen Fragebogen können Sie dort vorab herunterladen.
Eine allgemeine gesetzliche Höchstaltersgrenze gibt es nicht. Einige Reedereien legen jedoch insbesondere für den ersten Einsatz eigene Grenzen fest. Verbindlich entscheidet die jeweilige Reederei.
Unabhängig vom Alter müssen die gesundheitliche Eignung und eine gültige Seediensttauglichkeit vorliegen. Zu berücksichtigen sind lange Arbeitstage, Bereitschaftsdienste, wechselnde Klimazonen sowie körperlich und psychisch belastende Notfälle. Unter deutscher Flagge kann die Seediensttauglichkeit hinsichtlich Tätigkeit, Fahrtgebiet oder Einsatzdauer eingeschränkt werden.
Für die Teilnahme am Schiffsarztlehrgang besteht keine Altersgrenze. Wer einen ersten Einsatz in höherem Lebensalter plant, sollte jedoch frühzeitig klären, ob die gewünschte Reederei eine interne Altersgrenze anwendet.
Auf international fahrenden Schiffen ist Englisch die gemeinsame Arbeits- und Sicherheitssprache. Erforderlich sind deshalb meist sehr gute allgemeine und medizinische Englischkenntnisse in Wort und Schrift – für Patient*innengespräche, Notfälle, Übergaben und Dokumentation.
Deutschsprachige Reedereien verlangen zusätzlich sichere Deutschkenntnisse. Weitere Sprachen sind von Vorteil. Ob ein Sprachnachweis erforderlich ist, entscheidet die jeweilige Reederei.
Der Flaggenstaat bestimmt die rechtlichen Anforderungen an Qualifikation, Besetzung und medizinische Ausstattung. Der Sitz der Reederei ist dafür nicht entscheidend.
Unter deutscher Flagge müssen Schiffsärzt*innen beim Seeärztlichen Dienst der BG Verkehr registriert sein. Medizinische Besatzungsmitglieder benötigen außerdem eine gültige Seediensttauglichkeit. Unter anderer Flagge können abweichende Anforderungen gelten.
Je nach Flaggenstaat und Reederei können folgende Nachweise verlangt werden:
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Seediensttauglichkeit oder Pre-Employment Medical Examination
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STCW Basic Safety Training
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schiffsspezifisches Familiarization Training
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weitere Sicherheitslehrgänge
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Impf- und Gesundheitsnachweise
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Reisepass, Visa und gegebenenfalls ein Seefahrtbuch
Das Basic Safety Training ist eine formale Sicherheitsausbildung; die Familiarization erfolgt für das konkrete Schiff. Unter deutscher Flagge ist das frühere Seefahrtbuch abgeschafft, der Seeleute-Ausweis ist freiwillig. Verbindlich ist das Anforderungsprofil der Reederei.
Das deutsche Seefahrtbuch wird nicht mehr ausgestellt. Seefahrtzeiten werden heute durch Dienstbescheinigungen der Reederei dokumentiert.
Andere Flaggenstaaten stellen weiterhin Seefahrtbücher aus. Ob Sie eines benötigen, hängt vom Flaggenstaat, Fahrtgebiet und der Reederei ab. Klären Sie dies vor Ihrem Einsatz.
In Deutschland können Seeleute unter bestimmten Voraussetzungen einen freiwilligen, zehn Jahre gültigen Seeleute-Ausweis beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie beantragen. Er weist die berufliche Tätigkeit in der Seeschifffahrt nach, ist aber weder Passersatz noch amtlicher Identitätsnachweis.
Weitere Informationen und den Antrag finden Sie auf der Seite Seeleute-Ausweis.
Nach unserer Erfahrung bieten die von uns angefragten Reedereien keine Famulaturen im Bordhospital an. Mögliche Ausnahmen müssen direkt mit der Reederei und vorab mit dem zuständigen Landesprüfungsamt geklärt werden. Der Schiffsarztlehrgang vermittelt keine Famulatur- oder PJ-Plätze.
Auf unserer Stellenangebotsseite finden Sie die Links zu den Karriereportalen der Reedereien. Stellen werden meist dort sowie über Personalvermittlungen ausgeschrieben.
Im Forum Maritime Medizin während Modul 1 und N können Sie außerdem persönliche Kontakte knüpfen.
Nein. Wir konzentrieren uns auf Fortbildung und haben uns bewusst gegen eine eigene Personalvermittlung entschieden. So können wir unabhängig informieren. Stellenangebote und Kontakte stellen wir dennoch zur Verfügung.
Seriöse Personalvermittlungen verlangen keine Vermittlungsgebühren und informieren transparent über Reederei, Vertrag, Vergütung und Anforderungen. Vorsicht ist bei Vorauszahlungen, Mitgliedschaften, unklaren Auftraggeber*innen oder garantierten Stellenzusagen geboten.
Fragen zum BÄK-Curriculum "Maritime Medizin"
Das BÄK-Curriculum ist eine fachübergreifende ärztliche Qualifizierung für die besonderen medizinischen, organisatorischen und rechtlichen Anforderungen der zivilen Seeschifffahrt. Es umfasst einen theoretischen Kurs mit 46 Unterrichtseinheiten einschließlich Lernerfolgskontrolle sowie ein 14-tägiges Bordpraktikum.
Es richtet sich an Ärzt*innen, die bereits maritim-medizinisch tätig sind oder eine solche Tätigkeit planen. Das Curriculum ist keine geregelte Schiffsärzt*innenausbildung und ersetzt nicht die Einstellungsvoraussetzungen der jeweiligen Reederei oder des Flaggenstaates.
Nein. Das BÄK-Curriculum ist eine curriculare ärztliche Fortbildung, keine eigenständige Ausbildung oder Facharztweiterbildung. Es vermittelt die maritimen Grundlagen: den Schiffsbetrieb, rechtliche Rahmenbedingungen, Bordorganisation, typische Gefährdungen und praktische Seemannschaft.
Die klinischen und notfallmedizinischen Kompetenzen für eine eigenverantwortliche Tätigkeit im Bordhospital werden vorausgesetzt und müssen durch Berufserfahrung sowie geeignete Fortbildungen ergänzt werden.
Für eine Registrierung unter deutscher Flagge kann das Curriculum einen Teil der erforderlichen Nachweise erbringen. Allein berechtigt es jedoch nicht zur Tätigkeit als Schiffsärzt*in. Entscheidend bleiben die Anforderungen des Flaggenstaates und der jeweiligen Reederei.
Nach dem theoretischen Kurs erhalten Sie zunächst eine Teilnahmebescheinigung des Lehrgangsanbieters. Diese bestätigt, dass Sie den anerkannten Kurs einschließlich der Lernerfolgskontrolle erfolgreich absolviert haben.
Das Kammerzertifikat geht darüber hinaus: Es bestätigt, dass Sie das gesamte BÄK-Curriculum erfüllt haben – also den theoretischen Kurs, das Bordpraktikum und die erforderlichen ärztlichen Qualifikationen. Beantragt wird es mit den entsprechenden Nachweisen bei einer Ärztekammer, die dieses Zertifikat ausstellen darf.
Das Kammerzertifikat ist keine Facharzt- oder Zusatzbezeichnung. Es dokumentiert eine curriculare Fortbildung, ersetzt aber nicht die Anforderungen der jeweiligen Reederei oder des Flaggenstaates.
Für das Kammerzertifikat benötigen Ärzt*innen:
- eine abgeschlossene fachärztliche Weiterbildung in einem Gebiet der unmittelbaren Patient*innenversorgung,
- die Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ oder den Fachkundenachweis „Rettungsmedizin“,
- den vollständigen theoretischen Kurs mit 46 Unterrichtseinheiten,
- die bestandene Lernerfolgskontrolle,
- ein 14-tägiges, bescheinigtes und von der BG Verkehr anerkanntes Bordpraktikum.
Kurs und Bordpraktikum können bereits während der fachärztlichen Weiterbildung absolviert werden. Das Kammerzertifikat wird jedoch erst ausgestellt, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.
Ja. Modul 1 des Schiffsarztlehrgangs umfasst den vollständigen theoretischen Kurs des BÄK-Curriculums mit 46 Unterrichtseinheiten einschließlich Lernerfolgskontrolle. Es ist von der Ärztekammer Schleswig-Holstein als curriculare Fortbildung anerkannt.
Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten Ärzt*innen die Bescheinigung über den theoretischen Teil. Für das Kammerzertifikat müssen zusätzlich die ärztlichen Voraussetzungen und das 14-tägige Bordpraktikum nachgewiesen werden.
Ja. Der theoretische Kurs und das Bordpraktikum dürfen bereits während der fachärztlichen Weiterbildung sowie während des Erwerbs der Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ absolviert werden.
Das Kammerzertifikat kann jedoch erst ausgestellt werden, wenn die fachärztliche Weiterbildung und alle weiteren Voraussetzungen vollständig nachgewiesen sind.
Das Bordpraktikum ist kein Praktikum im Bordhospital. Es vermittelt praktische Seemannschaft und Einblicke in den gesamten Schiffsbetrieb. Dabei müssen Sie unter Aufsicht einer Kapitän*in aktiv an Diensten, Arbeiten und Manövern teilnehmen; eine Reise als Passagier*in genügt nicht.
Die 14 Tage können aufgeteilt und vor oder nach dem theoretischen Kurs absolviert werden. Das Schiff sollte mehr als 500 BRZ, mindestens acht bis zehn Besatzungsmitglieder und einen Betrieb im Zweischichtsystem haben. Das Praktikum muss bescheinigt und von der BG Verkehr anerkannt werden. Bereits vorhandene Seefahrterfahrung kann gegebenenfalls als gleichwertig anerkannt werden.
Der Common Trunk der Maritimen Medizin
Maritime Medizin ist ein medizinisches Querschnittsfach. Sie umfasst unter anderem die medizinische Versorgung an Bord, Arbeitsmedizin und Seediensttauglichkeit, Prävention und Gesundheitsschutz, Schiffshygiene und Infektionsschutz, Telemedizin, Seenotrettung, Tauch- und Überdruckmedizin sowie die medizinische Versorgung im Offshore-Bereich.
Für diese Tätigkeitsfelder werden unterschiedliche fachärztliche Kenntnisse benötigt. Allen gemeinsam ist jedoch eine Besonderheit: Medizin findet innerhalb des Systems Schiff statt. Dieses System folgt eigenen rechtlichen, organisatorischen, technischen und sicherheitsbezogenen Regeln. Der theoretische Kurs des BÄK-Curriculums vermittelt deshalb den gemeinsamen fachlichen Stamm – den Common Trunk – auf dem die unterschiedlichen Spezialisierungen der Maritimen Medizin aufbauen.
Zum Common Trunk gehören:
- maritime Institutionen sowie nationale und internationale Rechtsgrundlagen,
- Aufbau, Hierarchien, Berufsgruppen und Entscheidungswege an Bord,
- das Schiff als Arbeits- und Lebensraum mit seinen körperlichen und psychischen Belastungen,
- Seediensttauglichkeit, Sicherheitsausbildung und schiffsspezifische Gefährdungen,
- Organisation, Räumlichkeiten, Ausstattung und Verantwortlichkeiten der medizinischen Versorgung,
- Telemedizin, Behandlungen im Ausland und die Zusammenarbeit mit landseitigen Stellen,
- Notfallplanung, Seenotrettung, Evakuierung und Medical Evacuation,
- der Umgang mit Todesfällen an Bord,
- Schiffshygiene, Infektionsschutz, Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene,
- Prävention, Arbeitsschutz, Tauchmedizin und Offshore-Medizin.
Das anschließende Bordpraktikum überträgt dieses Wissen in die Praxis. Dabei geht es nicht um ein Praktikum im Bordhospital, sondern um das Verständnis des gesamten Schiffsbetriebs: Ärzt*innen nehmen aktiv an Diensten, Arbeiten und Manövern teil und lernen, sich innerhalb der Bordorganisation angemessen und sicher zu bewegen. Das BÄK-Curriculum verbindet diesen theoretischen und praktischen Anteil.
Warum ist dieser Common Trunk notwendig?
Medizinische Entscheidungen lassen sich auf See nicht vom Schiffsbetrieb trennen. Eine Medical Evacuation hängt beispielsweise nicht nur vom Zustand der Patient*in ab, sondern auch von Fahrtgebiet, Wetter, Seegang, Entfernung, verfügbaren Rettungsmitteln und den Behandlungsmöglichkeiten im nächsten Hafen. Sie muss gemeinsam mit der Schiffsführung, der Reederei, Telemedizin und landseitigen Stellen organisiert werden.
Auch ein Infektionsausbruch ist nicht allein Aufgabe des medizinischen Teams. Isolation, Kontaktpersonennachverfolgung, Trinkwasser-, Lebensmittel- und Flächenhygiene, Meldepflichten und die Zusammenarbeit mit Hafenbehörden betreffen zahlreiche Bereiche des Schiffes. Ebenso lassen sich Verletzungen aus Maschinenraum, Deck oder Kombüse nur richtig beurteilen, wenn die dortigen Arbeitsbedingungen und Gefährdungen bekannt sind.
Der Common Trunk vermittelt deshalb keine vollständige klinische Ausbildung für eine bestimmte Funktion. Er schafft das gemeinsame maritime Verständnis, das Ärzt*innen benötigen, um ihre jeweilige medizinische Fachkompetenz an Bord, an Land oder im Offshore-Bereich sicher anzuwenden. Genau diese Grundlage vermittelt Modul 1 des Kieler Schiffsarztlehrgans „Einführung in die Maritime Medizin“.
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